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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
186
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.er Beides, trübsinnig und heiter, wie der säuerlichernste Rheinwein und das närrische Mondlicht derdeutschen Heimat. . . Sein Esprit wird manchmalzum Humor.

Dieses ist nicht so sehr in den früheren Schrif-ten Börne's, als vielmehr in seinen Pariser Briefender Fall. Zeit, Ort und Stoff haben hier den Humornicht bloß begünstigt, sondern ganz eigentlich hervor-gebracht. Ich will damit sagen: den Humor in denPariser Briefen verdanken wir weit mehr den Zeit-umständen, als dem Talent ihres Verfassers. DieJuliusrcvolution, dieses politische Erdbeben, hattedergestalt in allen Sphären des Lebens die Ver-hältnisse auseinander gesprengt und so buntscheckigdie verschiedenartigsten Erscheinungen zusammenge-schmissen, dass der Pariser Rcvolutionskorrespondcntnur treu zu berichten brauchte, was er sah undhörte, und er erreichte von selbst die höchsten Ef-fekte des Humors. Wie die Leidenschaft manchmaldie Poesie ersetzt und z. B. die Liebe oder dieTodesangst in begeisterte Worte ausbricht, die derwahre Dichter nicht besser und schöner zu erfindenweiß, so ersetzen die Zeitumstände manchmal denangcborncn Humor, und ein ganz prosaisch begabter,sinnreicher Autor liefert wahrhaft humoristische Werke,indem sein Geist die spaßhaften und kummervollen,