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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
182
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keine annahm, wenn ich nicht vorher die Zusicherungerhielt, dass Herr Börne nicht geladen sei . . . nochaußerdem ricthen mir meine Privatinteressen, dengrimmblütigcn Mann durch solches strenge Zurück-weisen nicht allzu sehr zu reizen . . . aber ein Blickaus seine Umgebung, ans seine lieben Getreuen, aufden vielköpfigen und mit den Schwänzen zusammen-gewachsenen Rattenkönig, dessen Seele er bildete,und der Ekel hielt mich zurück von jeder neuenBerührung mit Börne.

So vergingen mehrere Jahre, drei, vier Jahre,ich verlor den Mann auch geistig aus dem Gesicht,selbst von jenen Artikeln, die er in französischenZeitschriften gegen mich schrieb und die im ehr-lichen Deutschland so verleumderisch ausgebeutetwurden, nahm ich wenig Notiz, als ich eines spätenHcrbstabends die Nachricht erhielt: Börne sei ge-storben.

Wie man mir sagt, soll er seinen Tod selbstverschuldet haben durch Eigensinn, indem er sichlange weigerte, seinen Arzt, den vortrefflichen Or.Sichel, rufen zu lassen. Dieser nicht bloß be-rühmte, sondern auch sehr gewissenhafte Arzt, derihn wahrscheinlich gerettet hätte, kam zu spät, als derKranke bereits eine terroristische Selbstknr an sich vor-genommen und seinen ganzen Körper ruiniert hatte.