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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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darauf erschien der dritte und vierte Theil seinerPariser Briefe, und ich vermied nicht bloß jede Ge-legenheit des Zusammentreffens, sondern ich ließihn auch merken, dass ich ihm geflissentlich auswich,und seit der Zeit habe ich ihm zwar zwei- oderdreimal begegnet, aber nie habe ich seitdem ein ein-ziges Wort mit ihm gesprochen. Bei seiner sangui-nischen Art wurmte ihn Das bis zur Verzweiflung,und er setzte alle möglichen Erfindungen ins Spiel,um mir wieder freundschaftlich nahen zu dürfen,oder wenigstens eine Unterredung mit mir zu be-wirken. Ich hatte also nie im Leben mit Börneeinen mündlichen Disput, nie sagten wir uns ir-gend eine schwere Beleidigung; nur aus seinen ge-druckten Reden merkte ich die lauernde Böswillig-keit, und nicht verletztes Selbstgefühl, sondern höhereSorgen und die Treue, die ich meinem Denken undWollen schuldig bin, bewogen mich, mit einem Mannzu 'brechen, der meine Gedanken und Bestrebungenkompromittieren wollte. Solches hartnäckige Ableh-nen ist aber nicht ganz in meiner Art, und ich wärevielleicht nachgiebig genug gewesen, mit Börne wie-der zu sprechen und Umgang zu pflegen . . . zumalda sehr liebe Personen mich mit vielen Bitten an-gingen und die gemeinschaftlichen Freunde oft inVerlegenheit gcricthcn bei Einladungen, deren ich