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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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zum letzten Mal in Deutschland gewesen, zum letz-ten Mal deutsche Luft gcathmct, deutsche Dumm-heiten eingesogen mit durstigen OhrenAch!"seufzte er,wie der Wanderer im Sommer nacheinem Labctrunk schmachtet, so schmachte ich manch-mal nach jenen frischen, erquicklichen Dummheiten,wie sie nur auf dem Boden unseres Vaterlandsgedeihen. Diese sind so tiefsinnig, so melancholischlustig, dass Einem das Herz dabei jauchzt. Hierbei den Franzosen sind die Dummheiten so trocken,so oberflächlich, so vernünftig, dass sie für Jemand,der an Besseres gewohnt, ganz ungenießbar sind.Ich werde desshalb in Frankreich täglich vergräm-ter und bitterer, und sterbe am Ende. Das Exil isteine schreckliche Sache. Komme ich einst in denHimmel, ich werde mich gewiss auch dort unglück-lich fühlen, unter den Engeln, die so schön singenund so gut riechen ... sie sprechen ja kein Deutschund rauchen keinen Knaster . . . Nur im Vater-land ist mir wohl! Vaterlandsliebe! Ich lache überdieses Wort im Munde von Leuten, die nie imExil gelebt. . . Sie könnten eben so gut von Milch-breilicbc sprechen. Milchbreiliebe! In einer afrika-nischen Sandwüste hat das Wort schon seine Be-deutung. Wenn ich je so glücklich bin, wieder nachdem lieben Deutschland zurückzukehren, so nennen