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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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fürchten^). Ach nein, wenn einst Deutschland sich wie-der rüttelt, und diese Zeit wird dennoch kommen,dann werden die Polen kaum noch dem Namen nachexistieren, sie werden ganz mit den Russen verschmol-zen sein, und als solche werden wir uns auf don-nernden Schlachtfeldern wieder begegnen . . . undsie werden für uns minder gefährlich sein als Feinde,denn als Freunde. Der einzige Vortheil, den wirihnen verdanken, ist jener Russcnhass, den sie beiuns gcsäct und der, still fortwuchernd im deutschenGemüthe, uns mächtig vereinigen wird, wenn diegroße Stunde schlägt, wo wir uns zu verthcidigenhaben gegen jenen furchtbaren Riesen, der jetzt nochschläft und im Schlafe wächst, die Füße weit aus-streckend in die duftigen Blumengärten des Mor-genlands, mit dem Haupte anstoßend au den Nord-pol, träumend ein neues Weltreich . . . Deutschland

ch Dieser Satz lautete in dem mir vorliegenden Ori-ginalmanuskripte ursprünglich, wie folgt: „So sehr ich diePolen liebe, so sehr mich auch die innigsten Freundschafts-gefühle zu ihnen hinziehen, so sehr ich sie auch in gesell-schaftlichen Bezügen achte und werthschätze, so konnte ichdoch obige Bemerkung nimmermehr verschweigen. Nicht alsob ich die Popularität der Polen für die Zukunft, für diedeutschen Freiheitsintcressen einer späteren Periode gefähr-lich hielte, ach nein! zc."

Der Herausgeber.