Druckschrift 
12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
130
Einzelbild herunterladen
 

schcitc Kopf sich von dcr rohesten Tobsucht be-schwatzen und zu den gewaltsamsten Hoffnungenverleiten lassen konnte! Zunächst gericth er in denKreis jenes Wahnsinnes, als dessen Mittelpunkt derberühmte Buchhändler F. zu betrachten war. Die-ser F., man sollte es kaum glauben, war ganz derMann nach dem Herzen Börnc's. Die rothe Wuth,die in dcr Brust des Einen kochte, das dreitägigeJuliusficbcr, das die Glieder des Einen rüttelte,dcr jakobinische Veitstanz, worin dcr Eine sich drehte,fand den entsprechenden Ausdruck in den PariserBriefen des Andern. Mit dieser Bemerkung willich aber nur einen Geistesirrthum, keineswegs einenHerzcnsirrthum andeuten, bei dem Einen wie beidem Andern. Denn auch F. meinte es gut mit demdeutschen Vatcrlande, er war aufrichtig, heldcmnü-thig, jeder Selbstopfcrnng fähig, jedenfalls ein ehr-licher Mann, und zu solchem Zeugnis glaube ichmich um so mehr verpflichtet, da, seit er in strengerHaft schweigen muss, die servile Verleumdung anseinem Leumund nagt. Man kann ihn mancher un-klugen, aber keiner zweideutigen Handlung beschul-digen; er zeigte namentlich im Unglück sehr vielCharakter, er war durchglüht von reinster Bürgcr-tugcnd, und um die Schellenkappe, die sein Hauptumklingclt, müssen wir einen Kranz von Eichenlaub