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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
101
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(Neun Jahre später")).

(Überall herrschte eine dumpfe Nuhc. DieSonne warf elegische Strahlen auf den breitenRücken der deutschen Geduld. Kein Windhauch be-wegte den friedlichen Wetterhahu auf unseren from-men Kirchthürmen. Hoch oben auf einem einsamenFelsen saß ein Sturmvogel; aber er ließ schläfrigsein Gefieder hängen und schien selbst zu glauben,dass er sich getäuscht habe, und dass so bald keinOrkan losbrechen werde. Er war recht traurig undfast muthloö geworden, er, welcher kurz vorher somächtig und geräuschvoll die Lüfte durchflogen unddem guten Deutschland alle möglichen Stürme ver-kündet. — Plötzlich zuckte im Westen ein Blitz überden Himmel, ein Donnerschlag folgte und einschreckliches Krachen, als wäre das Ende der Welterschienen. — Bald kamen in der That die Berichtevon der großen Katastrophe, von den drei Tagenzu Paris, wo abermals die Sturmglocke des Volks-zorncs erscholl. Man glaubte schon in der Fernedie Trompete des jüngsten Gerichts zu vernehmen.

5) Die beiden eingeklammerten Stellen sind der (1855geschriebenen) Vorrede zur französischen Ausgabe der Hclgo-lander Briefe entnommen.

Der Herausgeber.