als dm Tod . .. und wmn dcr Vater sie ob ihrerblutigen That -zu Rede stellt und die Vorthcile er-wähnst die ihnen die Vcrschwägerung mit Sichcm ver-schafft hätte, antworten sie: „Sollten wir etwa Han-del treiben mit dcr Znngfcrschaft nnsrcr Schwester?"
Störrigc, grausame Herzen, diese Brüder! Aberunter dem harten Stein duftet das zarteste Sitt-lichkcitsgefühl. Sonderbar, dieses Sittlichkeitsgcfühl,wie es sich noch bei anderen Gelegenheiten im Lebendcr Erzväter äußert, ist nicht Resultat einer posi-tiven Religion oder einer politischen Gesetzgebung— nein, damals gab es bei den Vorfahren derJuden weder positive Religion, noch politisches Ge-setz, beides entstand erst in späterer Zeit. Ich glaubedaher behaupten zu können, die Sittlichkeit ist un-abhängig von Dogma und Legislation, sie ist einreines Produkt des gesunden Mcnschengefnhls, unddie wahre Sittlichkeit, die Vernunft des Herzens,wird ewig fortleben, wenn auch Kirche und Staatzu Grunde gehen.
Ich wünschte, wir besäßen ein anderes Wortzur Bezeichnung Dessen, was wir jetzt Sittlichkeitnennen. Wir konnten sonst verleitet werden, dieSittlichkeit als ein Produkt dcr Sitte zu betrach-ten. Die romanischen Völker sind in demselbenFalle, indem ihr mornls von rnorss abgeleitet wor-