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dcn^). Aber wahre Sittlichkeit ist, wie von Dogmaund Legislation, so auch von den Sitten eines Volksunabhängig. Letztere sind Erzeugnisse des Klimas,der Geschichte, und aus solchen Faktoren entstan-den Legislation und Dogmatil. Es giebt dahereine indische, eine chinesische, eine christliche Sitte,aber es giebt nur eine einzige, nämlich eine mensch-liche Sittlichkeit. Diese lässt sich vielleicht nicht imBegriff erfassen, und das Gesetz der Sittlichkeit,das wir Moral nennen, ist nur eine dialektischeSpielerei. Die Sittlichkeit offenbart sich in Hand-lungen, und nur in den Motiven derselben, nichtin ihrer Form und Farbe, liegt die sittliche Bedeu-tung. Auf dem Titelblatt von Golowin's Reisenach Japan stehen als Motto die schönen Worte,welche der russische Reisende von einem vornehmenJapanesen vernommen: „Die Sitten der Völker sindverschieden, aber gute Handlungen werden überallals solche anerkannt werden."
So lange ich denke, habe ich über diesen Ge-genstand, die Sittlichkeit, nachgedacht. Das Pro-blem über die Natur des Guten und Bösen, dasseit anderthalb Jahrtausend alle große Gcmüthcr
*) Dieser Satz fehlt in der französischen Ausgabe.
Der Heransgeber.