Druckschrift 
12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
68
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vergebens darüber dm Kopf zerbrochen. Lutherweiß sich nicht besser zn helfen, als dass er dieseBlumen ebenfalls Judaim nennt. Es sind vielleichtschwäbische Gelbvciglcin. Die Licbcsgcschichte vonder Dina und dem jungen Sichcm hat mich sehrgerührt. Ihre Brüder Simeon und Levy habenjedoch die Sache nicht so scntimentalisch aufgcfasst.Abscheulich ist es, dass sie den unglücklichen Si-chcm und alle seine Angehörigen mit grimmigerHinterlist erwürgten, obgleich der arme Liebhabersich anheischig machte, ihre Schwester zu hcirathcn,ihnen Länder und Güter zu geben, sich mit ihnenzu einer einzigen Familie zu verbünden, obgleich erbereits in dieser Absicht sich und sein ganzes Volkbeschneiden ließ. Die beiden Burschen hätten frohsein sollen, dass ihre Schwester eine so glänzendePartie machte, die angelobte Vcrschwägcrung warfür ihren Stamm von höchstem Nutzen, und dabeigewannen sie außer der kostbarsten Morgcngabe aucheine gute Strecke Land, dessen sie eben sehr be-durften . . . Man kann sich nicht anständiger auf-führen, wie dieser verliebte Sichcmprinz, der amEnde doch nur aus Liebe die Rechte der Ehe anti-cipicrt hatte . . . Aber Das ist es, er hatte ihreSchwester geschwächt, und für dieses Vergehen gicbtes bei jenen ehrstolzcn Brüdern keine andere Buße,