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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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bäus und seine Brüder eben so tapfer und heldcn-müthig das Vaterland befreiten, wie in unfernTagen Friedrich Wilhelm, Alexander und Franz II.Wenn die gute Frau diese Lämpchen betrachtet, tre-ten ihr die Thränen in die alten Augen, und sieerinnert sich mit wchmüthiger Wonne jener jünge-ren Zeit, wo der selige Meyer Amschel Rothschild,ihr theurer Gatte, das Lampcnfcst mit ihr feierte,und ihre Söhne noch kleine Bübchen waren undkleine Lichtchcn auf den Boden pflanzten, und inkindischer Lust darüber hin und her sprangen, wiees Brauch und Sitte ist in Israel!"

„Der alte Rothschild," fuhr Börne fort, „derStammvater der regierenden Dynastie, war ein bra-ver Mann, die Frömmigkeit und Gutherzigkeit selbst.Es war ein mildthätigcs Gesicht mit einem spitzigenBärtchen, auf dem Kopf ein dreieckig gehörnter Hut,und die Kleidung mehr als bescheiden, fast ärmlich.So ging er in Frankfurt herum, und beständig um-gab ihn, wie ein Hofstaat, ein Haufen armer Leute,denen er Almosen ertheilte oder mit gutem Rathzusprach; wenn man auf der Straße eine Reihevon Bettlern antraf mit getrösteten und vergnügtenMienen, so wusste man, dass hier eben der alteRothschild seinen Durchzug gehalten. Als ich nochein kleines Bübchen war, und eines Freitags Abends