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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
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mit meinem Vater durch die Judengasse ging, be-gegneten wir dem alten Rothschild, welcher ebenaus der Synagoge kam; ich erinnere mich, dass er,nachdem er mit meinem Vater gesprochen, auch mireinige liebreiche Worte sagte, und dass er endlichdie Hand auf meinen Kopf legte, um mich zu seg-nen. Ich bin fest überzeugt, diesem Rothschild'schcnSegen verdanke ich es, dass späterhin, obgleich ichein deutscher Schriftsteller wurde, doch niemals dasbare Geld in meiner Tasche ganz ausging."

Ich kann nicht umhin, hier die Zwischenbe-merkung einzuschalten, dass Börne immer im be-haglichen Wohlstande lebte, und sein späterer Ultra-liberalismns keineswegs, wie bei vielen Patrioten,dem verbissenen Ingrimm der eigenen Armuth bei-zumessen war. Obgleich er selber reich war, ichsage reich nach dem Maßstabe seiner Bedürfnisse,so hegte er doch einen unergründlichen Groll gegendie Neichen. Obgleich der Segen des Vaters aufseinem Haupte ruhte, so hasstc er doch die Söhne,Meyer Amschel Rothschilds Söhne.

Wie weit die persönlichen Eigenschaften dieserMänner zu jenem Hasse berechtigen, will ich hiernicht untersuchen; es wird an einem anderen Orteausführlich geschehen. Hier möchte ich nur der Be-merkung Raum geben, dass unsere deutschen Frei-