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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
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Quelle des Börnc'schen Geistes um so heiterer, daauch jene Straße, die am Tage einen düstereu An-blick gewährte, jetzt aufs fröhlichste illuminiert war,und die Kinder Israel an jenem Abend, wie mirmein Cicerone erklärte, ihr lustiges Lampcnfcst feier-ten. Dieses ist einst gestiftet worden zum ewigenAndenken an den Sieg, den die Makkabäcr über denKönig von Syrien so hcldcnmüthig erfochten haben.

„Sehen Sie," sagte Börne, „Das ist der18. Oktober der Juden, nur dass dieser makkabäischc18. Oktober mehr als zwei Jahrtausende alt ist undnoch immer gefeiert wird, statt dass der Leipziger18. Oktober noch nicht das fünfzehnte Jahr erreichthat und bereits in Vergessenheit gcrathcn. DieDeutschen sollten bei der alten Madame Rothschildin die Schule gehen, um Patriotismus zu lernen.Sehen Sic, hier in diesem kleinen Hause wohntdie alte Frau, die Lätitia, die so viele Finanz-Bona-parten geboren hat, die große Mutter aller Anleihen,die aber trotz der Weltherrschaft ihrer königlichenSöhne noch immer ihr kleines Stammschlösschen inder Judengasse nicht verlassen will, und heute wegendes großen Freudenfestes ihre Fenster mit weißenVorhängen geziert hat. Wie vergnügt funkeln dieLämpchen, die sie mit eigenen Händen anzündete,um jenen Siegcstag zu feiern, wo Judas Makka-

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