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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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Humor Jean Paul's dadurch, dass Letzterer gerndie entferntesten Dinge incinanderrührte, währendJener, wie ein lustiges Kind, nur nach dem Nah-liegenden griff, und während die Phantasie deskonfusen Polyhistors von Baircnth in der Rumpel-kammer aller Zeiten hcrumkramte und mit Siebcn-meilcnsticfcln alle Weltgegcndcn durchschwciftc, hatteBörne nur den gegenwärtigen Tag im Auge, unddie Gegenstände, die ihn beschäftigten, lagen allein seinem räumlichen Gesichtskreis. Er besprach dasBuch, das er eben gelesen, das Ereignis, das ebenvorfiel, den Stein, an dem er sich eben gestoßen,Rothschild, an dessen Haus er täglich vorbeiging,den Bundestag, der auf der Zeil residiert undden er ebenfalls an Ort und Stelle hassen konnte,endlich alle Gcdankcnwcgc führten ihn zu Metter-nich. Sein Groll gegen Goethe hatte vielleichtebenfalls örtliche Anfänge; ich sage Anfänge, nichtUrsachen; denn wenn auch der Umstand, dass Frank-furt ihre gemeinschaftliche Vaterstadt war, Börnc'sAufmerksamkeit zunächst auf Goethe lenkte, so wardoch der Hass, der gegen diesen Mann in ihmbrannte und immer leidenschaftlicher cntloderte, nurdie nothwendigc Folge einer tiefen, in der Naturbeider Männer begründeten Differenz. Hier wirktekeine kleinliche Schelsucht, sondern ein uneigennützi-