— 14 —
gehc, und für dieses Unternehmen sich den Campemerken wolle. Ich konnte nämlich von Julius Campeversichern, dass er kein gewöhnlicher Buchhändlersei, der mit dem Edlen, Schönen, Großen nurGeschäfte machen und eine gute Konjunktur benutzenwill, sondern dass er manchmal das Große, Schöne,Edle unter sehr ungünstigen Konjunkturen drucktund wirklich sehr schlechte Geschäfte damit macht.Auf solche Worte horchte Börne mit beiden Ohren,und sie haben ihn späterhin veranlasst, nach Ham-burg zu reisen und sich mit dem Verleger der„Neiscbildcr" über eine Herausgabe seiner sämmt-lichcn Schriften zu verständigen.
Sobald die Verleger abgcthan sind, beginnendie wechselseitigen Komplimente zwischen zwei Schrift-stellern, die sich zum ersten Male sprechen. Ich über-gehe, was Börne über meine Vorzttglichkcit äußerte,und erwähne nur den leisen Tadel, den er bisweilenin den schäumenden Kelch des Lobes eintröpfeln ließ.Er hatte nämlich kurz vorher den zweiten Theil der„Rcisebilder" gelesen, und vermeinte, dass ich vonGott, welcher doch Himmel und Erde erschaffen undso weise die Welt regiere, mit zu wenig Reverenz,hingegen von dem Napoleon, welcher doch nur einsterblicher Despot gewesen, mit übertriebener Ehr-furcht gesprochen habe. Der Dcist und Liberale