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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
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gewöhnlichen Häusern und Boutikcn, die ihn schierverborgen halten . . .

Ich hatte Mühe, den Mann wieder zu erken-nen, dessen früheres Aussehen mir noch lebhaft imGedächtnisse schwebte. Keine Spur mehr von vor-nehmer Unzufriedenheit und stolzer Verdüstcrnng.Ich sah jetzt ein zufriedenes Männchen, sehr schmäch-tig, aber nicht krank, ein kleines Köpfchen mitschwarzen glatten Härchen, auf den Wangen sogarein Stück Röthc, die lichtbrauncn Augen sehrmunter, Gcmüthlichkeit in jedem Blick, in jederBewegung, auch im Tone. Dabei trug er ein ge-stricktes Kamisölchen von grauer Wolle, welcheseng anliegend wie ein Ringpanzer, ihm eindrollig märchenhaftes Ansehen gab. Er empfingmich mit Herzlichkeit und Liebe; es vergingen keinedrei Minuten, und wir geriethcn ins vertraulichsteGespräch. Wovon wir zuerst redeten? Wenn Kö-chinnen zusammen kommen, sprechen sie von ihrerHerrschaft, und wenn deutsche Schriftsteller zu-sammen kommen, sprechen sie von ihren Verlegern.Unsere Konversation begann daher mit Cotta undCampe, und als ich, nach einigen gebräuchlichenKlagen, die guten Eigenschaften des Letzteren ein-gestand, vertraute mir Börne, dass er mit einerHerausgabe seiner sammtlichcn Schriften schwanger