art in Börne aufregte, lasse ich zugleich errathcn,dass die Schreibart des Letztern schon damals keinunbedingtes Wohlgefallen bei mir hervorrief. Esist nicht meines Amtes, die Mängel dieser Schreib-weise aufzudecken, auch wurde jede Andeutung überDas, was mir an diesem Stile am meisten missfiel,nur von den Wenigsten verstanden werden. Nur soViel will ich bemerken, dass, um vollendete Prosazu schreiben, unter Andern? auch eine große Meister-schaft in metrischen Formen erforderlich ist. Ohneeine solche Meisterschaft fehlt dem Prosaiker eingewisser Takt, es entschlüpfen ihm Wortfügungen,Ausdrücke, Cäsaren und Wendungen, die nur ingebundener Rede statthaft sind, und es entsteht eingeheimer Misslaut, der nur wenige, aber sehr feineOhren verletzt.
Wie sehr ich aber auch geneigt war, an derAußenschalc, an dem Stile Börne's zu mäkeln, undnamentlich, wo er nicht beschreibt, sondern rüson-niert, die kurzen Sätze seiner Prosa als eine kin-dische Unbeholfenheit zu betrachten, so ließ ich dochdem Inhalt, dem Kern seiner Schriften die reich-lichste Gerechtigkeit widerfahren, ich verehrte dieOriginalität, die Wahrheitsliebe, überhaupt denedlen Charakter, der sich durchgängig darin aus-sprach, und seitdem verlor ich den Verfasser nicht