Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
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ging gut und nach Wunsch; das eheliche und häusliche Glückund seine füllen, erquickenden Freuden machten erträglicher

Aesthetik, über die Philosophie hatte er das Christenthum nichtvergessen. Er faßte dasselbe auf in seinen tiefsten Gründen und.schätzte es um seiner Mysterien willen noch höher, da er sie inder ihn umgebenden Natur fand.Jeder Kranke ist ein Tem-pel der Natur. Nahe dich ihm mit Ehrfurcht und entferne vondir Leichtsinn und Gewissenlosigkeit; dann wird sie gnädig aufdich blicken und ihr Gchcimniß dir aufschließen," sagte er.

Mit einem Worte: er war ein seltner, vortrefflicher Mann,dessen Andenken in der Wissenschaft unsterblich ist und den, dieihn persönlich kannten, nicht vergessen werden. Die mit ihmverlebten Stunden, sein Vertrauen, zähle ich zu den besten Gü-tern meines Lebens und sein ernstes würdiges Bild ruhet tiefin meinem Herzen.

Er starb nach vielen körperlichen Leiden sanft und ruhig1830, und bald nach seinem Tode ließ ich in die Berliner Bos-sische Zeitung Nro. 203 folgenden Necrolog, oder vielmehr Cha-rakteristik, einrücken:

Es ist ein köstlich Ding, wenn ein berühmter Gelehrter,dessen wissenschaftliche Leistungen allgemein anerkannt sind, zu-gleich ein edler Mensch ist, und Beides sich wechselseitig unter-stützt und trägt, so daß es sich zur persönlichen Würdigkeit,zur Einheit und Identität verschmilzt. Bekanntlich ist dicßnicht immer der Fall, vielmehr erscheinen manche gelehrte Män-ner nach dem umgekehrten Gesetze der Perspective in der Ent-fernung theoretisch groß und in der Nähe, bei persönlicher Be-kanntschaft, als Menschen praktisch klein. Bei unserm nunselig vollendeten Hufeland stand jenes und dieses in vollkom-mener Harmonie und so groß er als Arzt war, so ausgezeich-net und liebenswürdig war er als Mensch. Man kann ihnim vollen Sinne des Wortes einen ehrwürdigen Mann nennen.Der erste Eindruck, den er machte., war der einer gewissen Feier-lichkeit; die aber nichts Beengendes hatte und mit der Achtungzugleich Vertrauen einflößte. Man fühlte in seiner Nähe dasEinnehmende seines Geistes; in Allem, was er sprach, lag