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12 (1898) Vermischte Schriften
Entstehung
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Gedanken »nd Einfälle.

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Daß der Gatte UanthippeS ein so großer Philosoph geworden, istmerkwürdig. Während allein Gezänk noch denken! Aber schreibenkonnte er nicht, das war unmöglich: SvkrateS hat kein einziges Buchhinterlassen.

Wieviel höher steht die Fran bei Moses, als bei den andernOrientalen, oder als noch bis ans den heutigen Tag bei den Mo-hammedanern! Diese sagen bestimmt, daß die Fran nicht einmal insParadies kommt; Mohammed hat sie davon ausgeschlossen. Glaubteer etwa, daß das Paradies kein Paradies mehr sei, wenn jeder seineFrau dort wiederfände?

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Jeder, wer heiratet, ist wie der Doge, der sich mit dem ndria-tischen Meere vermählt — er weiß nicht, was drin, was erheiratet:Schätze, Perlen, Ungetüme, unbekannte Stürme.

Die Musik beim Hochzeitsgeleite erinnert mich immer an dieMusik bei in die Schlacht ziehenden Soldaten.

Die deutschen Frauen sind gefährlich wegen ihrer Tagebücher, dieder Mann finden kann.

Die deutsche Ehe ist keine wahre Ehe. Der Ehemann hat keineEhefrau, sondern eine Magd, und lebt sein isoliertes Hngcstolzlebenim Geiste fort, selbst im Kreis der Familie. Ich null darum nichtsagen, daß er der Herr sei, im Gegenteil ist er zuweilen nur derBediente seiner Magd, und den ServiliSmnS verleugnet er auch imHause nicht.

VI. Vermischte Einfälle.

Weise erdenken die neuen Gedanken, und Narren verbreiten sie.

Neben dem Denker ein Prosaischer Mensch, der ruhig sein Ge-schäft treibt — neben jeder Krippe, worin ein Heiland, eine wclwerlösende Idee, den Tag erblickt, steht auch ein Ochse, der ruhig frißt.

KadmnS bringt die phönizischc Buchstabenschrift, die Schriftkunstnach Griechenland — diese sind die Drachenzähne, die er gesäet: dieavocierten geharnischten Männer zerstören sich wechselseitig.