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Vermischte Schriften.
Es gicbt hohe Geister, die über alle materielle Herrlichkeit er-haben sind und den Thron nur für einen Stuhl ansehen, der bedecktmit rotem Sammet — es giebt niedere Geister, denen alles Idealeunbedeutend dünkt und denen der Pranger nur ein Halsband vonEisen ist. Laie haben keine Sehen vor der eisernen Krawatte, wennsie nur dadurch ein Publikum um sich versammeln können; diesemimponieren sie durch Frechheit, welche durch die Routine der Schandeerlangt worden.
Die Zeit übt einen mildernden Einfluß ans unsere Gesinnung,durch beständige Beschäftigung mit dem Gegensatz. Der Garde muni-cipal, welcher den Cancan überwacht, findet denselben am Ende garnicht mehr so unanständig und möchte wohl gar mittanzen. DerProtestant sieht nach langer Polemik mit dem Katholizismus ihnnicht mehr für so grenelhaft an, und hörte vielleicht nicht ungerneine Messe.
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Wir begreifen die Ruinen nicht eher, als bis wir selbst Ruinen sind.
Os raortuis nil nisi pgns — man soll von den Lebenden nurBöses reden.
Conrtoisio.
Wie man einen König prügelt, muß man zugleich ans Leibes-kräften „Es lebe der König!" rufen.
Es gicbt Leute, welche den Vogel ganz genau zu kennen glau-ben, weil sie das Ei gesehen, woraus er hervorgekrochen.
Der Giftbereiter muß gläserne Handschuhe anziehen.
Ein Talent können wir nach einer einzigen Manifestation an-erkennen — für die Anerkennung eines Charakters bedürfen wiraber eines langen Zeitraumes und beständiger Öffentlichkeit. „Vorseinem Tode," sagt Solan, „ist niemand glücklich zu schützen" — undwir dürfen auch sagen: Bor seinem Tode ist niemand als Charakterzu preisen. Herr ^ ist noch jung und es bleibt ihm Zeit genug zukünftigen Schuftereien — wartet nur einige Jtthrchen, er tauft sichin der ^kirche, er wird der Advokat für Schelmenstreiche — viel-leicht aber hat er schon die Muße dazu angewendet, und wir kennennur seine Thatcn nicht, wegen seiner obskuren Weltstellnng.