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12 (1898) Vermischte Schriften
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Vermischte Schriften.

Es war grausam van den Russen, den polnischen Juden dasSchnbbez zu nehmen — sie brauchten kein Hemd darunter zu tragen,es war sv bequem zum Kratzen! — und die Bärte — die Hauptsachewar: er selber ginn so hinterher! — und die Präses, die heiligenSchlaflvcken, ihren einzigen Stolz!

Wir sollen uns jetzt auf Rußland stützen, ans den Stock, womitwir einst geprügelt worden!

V. grauen, Liebe und Ehe.

Wo das Weib aufhört, fängt der schlechte Mann an.

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Wenn ich Weltgeschichte lese, und irgend eine That oder Er-scheinung mich frappiert, so möchte ich manchmal das Weib sehen,das als geheime Triebfeder dahintersteckt (als Agens mittel oder un-mittelbar) — die Weiber regieren, obgleich der „Monitcnr" nurMännernamen verzeichnet — sie machen Geschichte, obgleich der Histo-riker nur Mnnnernamen kennt — Herodots Anfang ist ingeniös.

Bei der Erklärung der Liebe muß ein physikalisches Phänomen,oder ein historisches Faktum angenommen werden. Ist es Sym-pathie, wie der dumme Magnet das rohe Eisen anzieht? Oder isteine Vorgeschichte vorhanden, deren dunkles Bewußtsein uns bliebund in unerklärlicher Anziehung und Abstoßnng sich ausspricht?

In der Jugend ist die Liebe stürmischer, aber nicht so stark, svallmächtig wie spater. Auch ist sie in der Jugend nicht so dauernd,denn der Leib liebt mit, lechzt nach leiblichen Offenbarungen in derLiebe, und leiht der Seele allen Ungestüm seines Blutes, die Über-fülle seiner Sehnenkraft. Später, wo diese aufhört, wo das Blutlangsamer in den Adern sintert, Ivo der Leib nicht mehr verliebt ist,liebt die Seele ganz allein, die unsterbliche Seele, und da ihr dieEwigkeit zu Gebote steht, da sie nicht so gebrechlich ist, wie der Leib,nimmt sie sich Zeit und liebt nicht mehr sv stürmisch, aber dauernder,noch abgrundtiefer, noch übermenschlicher.