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12 (1898) Vermischte Schriften
Entstehung
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136
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136 Vermischte Schnsten.

Nvchmal rühmen wir dcS Verfassers Witzs inn so mehr, da eS vieletrockene Leute in der Welt giebt, die den Witz präskribiere» möchten,und man täglich hören kann, wie Pantalon sich gegen diese niedrigsteSeelcnkraft, den Wik, zu ereifern weiß, und als guter Staatsbürgerund Hausvater die Polizei auffordert, ihn zu verbieten. Mag immer-hin der Witz zu den niedrigsten Seelcnkräftcn gehören, so glaubenivir doch, daß er sein Gutes hat. Wir wenigstens möchten ihn nichtentbehren. Seitdem es nicht wehr Sitte ist, einen Degen an derSeite zu tragen, ist es durchaus nötig, daß man Witz im Kopfehabe. Und sollte man anch so übellaunig sein, den Witz nicht bloßals notwendige Wehr, sondern sogar als Angriffswaffe zn° gebrauchen,so werdet darüber nicht allzusehr aufgebracht, ihr edlen Pantalonc deSdeutschen Vaterlands! Jener ÄngriffSwitz, den ihr Satire nennt, hatseinen guten Nutzen in dieser schlechten, nichtsnutzigen Zeit. KeineReligion ist mehr imstande, die Lüste der kleinen Erdenherrscherzu zügeln, sie verhöhnen euch ungestraft, und ihre Rosse zertreteneure Saaten, eure Tochter hungern und verkaufen ihre Blüten demschmutzigen Parvenü, alle Rosen dieser Welt werden die Beute eineswindigen Geschlechtes von Stockjobbern und bevorrechtetet! Lakaien,und vor dem llbermnte des Reichtums und der Gewalt schützt euchnichts als der Tod und die Satire.

Universalitnt ist der Charakter unserer Zeit," sagt HerrMenzel im zweiten Teile, S. 63, seines Werkes, und da dieses letz-tere, wie wir oben bemerkt, ganz den Charakter unserer Zeit trägt,so sinden wir darin auch ein Streben nach jener Universalität. Daherein Verbreiten über alle Richtungen des Lebens und des Wissens,und zwar unter folgenden Rubriken:Die Masse der Litteratnr,Nationalität, Einfluß der Schulgelehrsamkeit, Einfluß der fremdenLitteratnr, der litterarische Verkehr, Religion, Philosophie, Geschichte,Staat, Erziehung, Natur, Kunst und Kritik." Es ist zu bezweifeln,ob ein junger Gelehrter in allen möglichen Disciplinen so tief ein-geweiht sein kann, daß wir eine gründliche Kritik des neuesten Zu-stande? derselben von ihm erwarten dürften. Herr Menzel hat sichdurch Divination und Konstruktion zu helfen gewußt. Im Divi-nieren ist er oft glücklich, im Konstruieren immer geistreich. Wennauch zuweilen seine Annahmen willkürlich und irrig sind, so ist erdoch unübertrefflich im Znsammenstellen des Gleichartigen und derGegensätze. Er verfährt kombinatorisch und konziliatorisch. DenZweck dieser Blätter berücksichtigend, wollen wir als eine Probe derMenzelschcn Darstellungsweise die folgende Stelle aus der RubrikStaat" mitteilen:

Bevor wir die Litteratnr der politischen Praxis betrachten,wollen wir einen Blick auf die Theorien werfen. Alle Praxis gehtvon den Theorien anS. Es ist nicht mehr die Zeit, da die Völker