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12 (1898) Vermischte Schriften
Entstehung
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104
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104 Vermischte lSchriftcn,

Der Buchstabe tatet, doch der Geist macht lebendig, Das zweiteBuch enthält nur Sonette, wavan die erste Hälfte,Tempel der Liebe"überschrieben, aus poetischen Apologien befreundeter Geister besteht.Unter den Liebessoncttcn halten wir am gelungensten XVI, XVIII,XX, XXI, XXII, XXXVI, ImTempel der Freundschaft" zeichnenwir aus die Sonette an Strauß, Arnim und Brentano, A, W, v,Schlegel, HundcShagcn, Smcts, Kreuser, Nückert, Blomberg, Löben,Jmmermann, Arndt und Heine, Unter diesen hat uns das Sonettan I, Kreuser am meisten angesprochen. Das Sonett an E, M, Arndtfinden wir löblich, weil der Verfasser nicht, ivie so manche zahmeLeute, aus bekannten Gründen sich scheut, von diesem ehrenwertenManne öffentlich zu sprechen. In diesem Sonette wollen wir denzweiten Vers nicht verstehen; Babel liegt nicht an der Seine, dasist ein widerwärtiger geographischer Irrtum von 1814, Im Ganzenscheint kein tadclsüchtiger Geist in diesemTempel der Freundschaft"zu wohnen, und es mag hier und da das versifizicrte Wohlwollenallerdings etwas zu reichlich gespendet sein. Besonders ist dies derFall in den Sonetten an H, Heine, den der Verfasser auch schon imersten Buche gehörig bedacht, und den wir hier mit acht Sonettenbegabt finden, wo andere Leute mit einem einzigen beehrt sind,Heines Hanpt wird durch jene Sonette mit einem so köstlichenLvrbeerzweige geschmückt, daß Herr Rousseau sich wahrhaft einmalin der Folge das Vergnügen inachen muß, dieses von ihm so schönbekränzte Haupt mit niedlichen Kotkügelchen zu bewerfen; wennsolches nicht geschieht, so ist es jammerschade und ganz gegen Brauchund Herkommen, und ganz gegen das Wesen der gewöhnlichenmenschlichen Natur,

Tassos Tod.

Trauerspiel in fünf Aufzügen von Wilhelm Smets.

Koblenz, bei Hölscher,

(1821,)

Diese Dichtung hat uns beim ersten unbefangenen Durchlesenso freundlich ergöbt und gemütlich angesprochen, daß es uns wahrlichschwer ankommt, sie mit der notwendigen Kälte nach den Vorschriftenund Anforderungen der dramatischen Kunst kritisch zu beurteilen,ihren inneren Wert mit Unterdrückung individueller Anregungengewissenhaft genau zu bestimmen, und ihre Mängel und Gebreche»