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Vermischte Schriften.
und Neigungen, die sich WS Unendliche ziehen, und verschwinden,und wieder auftauchen und den Jüngling zu einer beständigen Be-wegung antreiben? Jeder antwortet hier auf seine eigene Weise, undda auch wir das Recht haben, unseren eigenen Ausdruck zu wählen,so erklären wir jene Erscheinung mit den Worten: „Der Jünglingwill eine Geschichte haben." Das ist die Bedeutung unseres Trei-bens in der Jugend; wir wollen waS erlebt haben, wir wollen er-baut und zerstört, genossen und gelitten haben; im Maiinesalter istschon manches dergleichen erlangt, und jener brausende Trieb, dervielleicht die Lebenskraft selbst sein mag, ist schon etwas abgedämpftund in ein ruhiges Bett geleitet. Doch erst der Greis, der im Kreiseseiner Enkel unter der sclbstgepflanzten Eiche, oder unter den Leichenseiner Lieben ans den Trümmern seines Hauses sitzt, fühlt jenenTrieb, jenes Verlangen nach einer Geschichte, in seinem Herzen gänzlichbefriedigt und erloschen. — Wir können jetzt die Hauptidec obigerzwei Bücher genugsam andeuten, wenn wir sagen, daß der Verfasserin dem ersten sein Streben, eine Geschichte zu haben, und in demandern die ersten Anfänge seiner Geschichte dargestellt hat. Wirnannten die Darstellung gelungen, weil der Verfasser uns nicht Re-flexionen über seine Gefühle, Gesinnungen und Ansichten, sonderndiese letzteren selbst gegeben hat in den von ihnen notwendig hervor-gerufenen Aussprüchen, Thätigkciten und andern Äußerlichkeiten.Er hat die ganze Außenwelt ruhig ans sich einwirken lassen, und freiund schlicht, oft großartig-ehrlich und kindlich-naiv ausgesprochen, wiesie sich in seinem bewegten Gcmiite abgespiegelt. Der Verfasser hathierin den obersten Grundsap der Romantikerschnle befolgt und hat,statt nach der bekannten falschen Idealität zu streben, die besonderstenBesonderheiten eines einsältiglichen, bürgerlichen Jugcndlebens inseinen Dichtungen hingezeichnet. Aber was ihn als Dichter bekundet,ist: daß in jenen Besonderheiten sich wieder das Allgemeine zeigt,und daß sogar in jenen niederländischen Gemälden, wie sie uns derVerfasser in den Sonetten manchmal dargiebt, das Jdealische selbstuns sichtbar entgegentritt. Diese Wahl und Verbindung der Be-sonderheiten ist es ja, woran mau da? Maß der Größe eines Talentserkennen kann; denn wie des Malers Kunst darin besteht, daß seinAuge auf eine eigentümliche Weise sieht, und er z. B. die schmnizigsteDorfschenke gleich von der Seite auffaßt und zeichnet, von welchersie eine dem Schönheitssinne und Gemüt zusagende Ansicht gewährt:so hat der wahre Dichter das Talent, die unbedeutendsten und un-erfreulichsten Besonderheiten des gemeinen Lebens so anzuschauenund zusammenzusetzen, daß sie sich zu einem schönen, echt poetischenGedichte gestalten. Deshalb hat jedes echte Gedicht eine bestimmteLokalsärbnng, und im subjektiven Gedichte müssen wir das Lokal er-kennen, wo der Dichter lebt. Ans den vorliegenden Dichtungen