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geführte Darstellung, da letztere nicht bloß die religiösen und bürger-lichen Verhältnisse der Juden, sondern auch die aller deistischcn Sektenauf diesem Erdball umfassen müßte. Nur so Niel will ich hier aus-sprechen, daß der esoterische Zweck jenes Vereins nichts anderes war,als eine Vcrmittclung des historischen Judentums mit der modernenWissenschast, von welcher man annahm, daß sie im Laufe der Zeitzur Weltherrschaft gelangen würde. Unter ähnlichen Umständen zurZeit des Philo, als die griechische Philosophie allen alten Dogmenden Krieg erklärte, ward in Alexandrien Ähnliches versucht, mit mehroder minderem Mißgeschick. Von schismatischer Aufklärer« war hiernicht die Rede, und noch weniger von jener Emancipativn, die inunseren Tagen manchmal so ekelhaft geistlos durchgelrätscht wird, daßman das Interesse dafür verlieren könnte. Namentlich haben es dieisraelitischen Freunde dieser Frage verstanden, sie in eine wässeriggraue Wolke von Langweiligkeit zu hüllen, die ihr schädlicher ist, alsdas blödsinnige Gift der Gegner. Da gicbt es gemütliche Pharisäer,die noch besonders damit prahlen, daß sie kein Talent zum Schreibenbesitzen und dem Apollo zum Trotz für Jehova die Feder ergriffenhaben. Mögen die deutschen Regierungen doch recht bald ein äst-thetisches Erbarmen mit dem Publikum haben, und jenen Salba-dereien ein Ende machen durch Beschleunigung der Emancipntion,die doch früh oder spät bewilligt werden muß.
Ja, die Emancipativn wird früh oder spät bewilligt werdenmüssen, aus Gerechtigkeitsgefühl, anS Klugheit, aus Notwendigkeit.Die Antipathie gegen die Juden hat bei den oberen Klassen keinereligiöse Wurzel mehr, und bei den unteren Klassen transformiertsie sich täglich mehr und mehr in den socialen Groll gegen die über-wuchernde Macht des Kapitals, gegen die Ausbeulung der Armendurch die Reichen. Der Judenhaß hat jetzt einen andern Namen,sogar beim Pöbel. Was aber die Regierungen betrifft, so sind sieendlich zur hochweiscn Ansicht gelangt, daß der Staat ein organischerKörper ist, und daß derselbe nicht zu einer vollkommenen Gesundheitgelangen kann, so lange ein einziges seiner Glieder, und sei es auchnur die kleine Zehe, an einem Gebreste leidet. Ja, der Staat magnoch so keck sein Haupt tragen und mit breiter Brust allen Stürmentrotzen, das Herz in der Brust, und sogar das stolze Haupt wirddennoch den Schmerz mitempfinden müssen, wenn die kleine Zehe anden Hühneraugen leidet — die Judenbeschränkungen sind solcheHühneraugen an den deutschen Staatsfüßcn.
Und bedächten gar die Regierungen, wie entsetzlich der Grund-pfeiler aller positiven Religionen, die Idee des Deismus selbst, vonneuen Doktrinen bedroht ist, wie die Fehde zwischen dem Wissen unddem Glauben überhaupt nicht mehr ein zahmes Scharmützel, sondernbald eine wilde Todesschlacht sein wird — bedächten die Regierungen