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12 (1898) Vermischte Schriften
Entstehung
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44
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44 Vermischte Schriften.

BcgleitungSzcilen veranlassen mich, einen flüchtigen Blick hinein-zuwerfen; ich fand sie herzlich schlecht. Dasselbe kann ich auch iwnseiner Prosa sagen; sie ist herzlich schlecht. Ich gestehe freilich, daßich nichts anderes von ihm gelesen habe, als eine Abhandlung, dieer gegen mich geschrieben. Sie ist geistlos und unbeholfen und miserabcl stilisiert; letzteres ist um so unverzeihlicher, da die ganze «schuledie Materialien dazu kvtisiert. Das Beste in der ganzen Abhand-lung ist der wohlbekannte Kniff, womit man verstümmelte Sätze ausden heterogensten Schriften eines Autors zusammenstellt, um dem-selben jede beliebige Gesinnung oder Gesinnungslosigkeit aufzubürden.Freilich, der Kniff ist nicht neu, doch bleibt er immer probat, davon feiten des angefochtenen Autors keine Widerlegung möglich ist,wenn er nicht etwa ganze Folianten schreiben wollte, um zu beweisen,daß der eine von den angeführten Sätzen humoristisch gemeint, der an-dere zwar ernst gemeint sei, aber sich ans einen Bordersatz beziehe,der ihm eben seine richtige Bedeutung verleiht; daß ferner die an-einander gereihten Sätze nicht bloß aus ihrem logischen, sondern auchaus ihrem chronologischen Zusammenhang gerissen worden, um einigescheinbare Widersprüche hervorzuklauben; daß aber eben diese Widerspräche von der höchsten Konsequenz zeugen würden, wenn manZeitfolge, Zeitumstände, Zeitbediugnngen bedächte ach! wenn manbedächte, wie die Strategie eines Autors, der für dse Sache der euroPeuschen Freiheit kämpft, wunderlich verwickelt ist, wie seine Taktikallen möglichen Veränderungen unterworfen, wie er heute etwas alsäußerst wichtig verfechten muß, was ihm morgen ganz gleichgültigsein kann, wie er heute diesen Punkt, morgen einen andern zu be-schützen oder anzugreifen hat, je nachdem es die Stellung der GegenPartei, die wechselnden Alliancen, die Siege oder die Niederlagen desTages erfordern!

Das einzige Neue und Eigentümliche, was ich in der oben er-wähnten Abhandlung des Herrn Gustav Pfizer gefunden habe, warhier und da nicht bloß eine listige Verkehrung des Wortsinnes meinerSchriften, sondern sogar die Fälschung meiner Worte selbst. Diesesist neu, ist eigentümlich, wenigstens bis jetzt hat man in Deutschlandnoch nicht einen Autor mit verfälschten Worten citiert. Doch HerrGustav Pfizer scheint noch ein junger Anfänger zu sein, es juckt ihmzwar die Bcgabnis des Fälschens in seinen Fingern, doch merkt mauan ihm noch eine gewisse Befangenheit in der Ausübung, und wenner z. B.Hostien" citiert, statt der gewöhnlichenOblaten" desOriginaltextes, oder mehrmalsgöttlich" citiert, statt des urspriiuglichenvortrefflich" so weiß er doch noch nicht recht, welchen Ge-brauch er von solcher Fälschung machen kann. Er ist ein jungerAnfänger. Aber sein Talent ist unleugbar, er hat es hinlänglichoffenbart, die geziemendste Anerkennung darf ihm nicht verweigert