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12 (1898) Vermischte Schriften
Entstehung
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34 Nermischle Schriften,

jenen Franzosenhassern sind Schelme, die sich diesen Haß absichtlichangelogen, nngetrene, schamlose, unehrliche, feige Schelme, die, ent-blößt von allen Tugenden des deutschen Volkes, sich mit den Fehlerndesselben bekleiden, um sich den Anschein des Patriotismus zu gebenund in diesem Gewände die wahren Freunde des Vaterlandes ge-fahrlos schmähen zu dürfen. Es ist ein doppelt falsches Spiel, DieErinnerungen der uapolevuischen Kaiserzeit sind noch nicht ganz er-loschen in unserer Heimat, man hat es dort noch nicht ganz ver-gessen, wie derb unsere Männer und wie zärtlich unsere Weiber vonden Franzosen behandelt worden, und bei der großen Menge ist derFranzvscnhaß noch immer gleichbedeutend mit Vaterlandsliebe; durchein geschicktes Ausbeuten dieses Hasses hat man also wenigstens denPöbel ans seiner Seite, wenn man gegen junge Schriftsteller zuFelde zieht, die eine Freundschaft zwischen Frankreich und Deutsch-land zu vermitteln suchen. Freilich, dieser Haß war einst staats-nützlich, als es galt, die Fremdherrschaft zurückzudrängen; jetzt aberist die Gefahr nicht im Westen, Frankreich bedroht nicht mehr unsereSelbständigkeit, die Franzosen von heute sind nicht mehr die Fran-zosen von gestern, sogar ihr Charakter ist verändert, an die Stelleder leichtsinnigen Ervberungslust trat ein schwermütiger, beinahedeutscher Ernst, sie verbrüdern sich mit uns im Reiche des Geistes,während im Reiche der Materie ihre Interessen mit den unseligen sichtäglich inniger verzweigen Frankreich ist jetzt unser natürlicherBundesgenosse. Wer dieses nicht einsieht, ist ein Dummkopf; werdieses einsieht und dagegen handelt, ist ein Verräter,

Aber was hatte ein Herr Menzel zu verlieren bei dem linter-gange Deutschlands? Ein geliebtes Vaterland? Wo ein Stock ist,da ist des Sklaven Vaterland, Seinen unsterblichen Ruhm? Diesererlischt in derselben Stunde, Ivo der Kontrakt abläuft, der ihm dieRedaktion desStuttgarter Litteratnrblattes" zusichert. Ja, willder Baron Cotta eine kleine Geldsumme als stipnlicrte Entschädigungspringen lassen, so hat die Mcnzelsche Unsterblichkeit schon heute einEnde, Oder hätte er etwas für seine Person zu fürchten? LieberHimmel! wenn die mongolischen Horden nach Stuttgart kommen,läßt Herr Menzel sich aus der Theatergardcrobe ein Amorkostümholen, bewaffnet sich mit Pfeil und Bogen, und die Baschkiercn, sobald sie nur sein Gesicht sehen, rufen freudig:Das ist unser geliebter Bruder!"

Ich habe gesagt, daß bei unseren Teutvmanen der affichierteFranzosenhaß ein doppelt falsches Spiel ist, Sie bezwecken dadurchzunächst eine Popularität, die sehr wohlfeil zu erwerben ist, da mandabei weder Verlust des Amtes noch der Freiheit zu befürchten hat.Das Losdonnern gegen heimische Gewalten ist schon weit bedenklicher.Aber um für Volkstribunen zu gelten, müssen unsere Tcntvmanen