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12 (1898) Vermischte Schriften
Entstehung
Seite
26
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26 Vermischte Schriften.

Geschäftsganges ist diese Abhilfe noch nicht gesetzlich an den Tag ge-treten, und vielleicht, während ich diese Zeilen schreibe, wird der-gleichen in Deutschland zu meinen Gunsten promulgiert. Selbstentschiedenste Gegner unter den deutschen Staatsmännern habe» mirwissen lassen, daß die Strenge des erwähnten Bundestagsbeschlussesnicht den ganzen Schriftsteller treffen sollte, sondern nur den po-litischen und religiösen Teil desselben, der poetische Teil desselbendürfe sich unverhindert aussprechen in Gedichten, Dramen, Novellen,in jenen schönen Spielen der Phantasie, für welche ich so viel Geniebesitze . . . Ich könnte fast auf den Gedanken geraten, man wollenur einen Dienst leisten und mich zwingen, meine Talente nicht fürundankbare Themata zu vergeuden ... In der That, sie waren sehrundankbar, haben mir nichts als Verdruß und Verfolgung zu-gezogen . . . Gottlob! ich werde mit Gendarmen auf den besserenWeg geleitet, und bald werde ich bei euch sein, ihr Kinder der schwä-bischen Schule, und wenn ich nicht auf der Reise den Schnupfen be-komme, so sollt ihr euch freuen, wie fein meine Stimme, wenn ichmit euch das schöne Wetter besinge, die Frühlingssvnne, die Maien-wonne, die Gelbveiglein, die Quetschenbäume.

Dieses Buch diene schon als Beweis meines Fortschreitens nachhinten. Auch hoffe ich, die Herausrabe desselben wird weder obennoch unten zu meinein Nachteile mißdeutet werden. Das Manuskriptwar zum größten Teile schon seit einem Jahre in den Händen meinesBuchhändlers, ich hatte schon seit anderthalb Jahren mit demselbenüber die Herausgabe stipuliert, und es war mir nicht möglich, diesezu unterlassen.

Ich werde zu einer andern Zeit mich ausführlicher über diesenUmstand aussprechen, er steht nämlich in einiger Verbindung mitjenen Gegenständen, die meine Feder nicht berühren soll. DieselbeRücksicht verhindert mich, mit klaren Worten das Gespinst vonVerleumdungen zu beleuchten, womit es einer in den Annalendeutscher Litteratur unerhörten Angeberei gelungen ist, meine Mei-nungen als staatsgefährlich zu denunzieren und das erwähnte Inter-dikt gegen mich zu veranlassen. Wie und in welcher. Weise diesesgeschehen ist notorisch, auch ist der Denunziant, der litterarischeMvuchard, schon längst der öffentlichen Verachtung verfallen; es istpurer Luxus, wenn nach so viel edlen Stimmen des Unwillens auchich noch hinzutrete, um über das klägliche Haupt des Herrn Wolf-gang Menzel in Stuttgart die Ehrlosigkeit, die Jnfamia, auszusprechen.Nie hat deutsche Jugend einen ärmeren Sünder mit witzigeren Rutengestrichen und mit glühenderem Hohne gebrandmarkt! Er dauert michwahrlich, der Unglückliche, dem die Natur ein kleines Talent undCotta ein großes Blatt anvertraut hatten, und der beides so schmutzig,so miserabel mißbrauchte!