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12 (1898) Vermischte Schriften
Entstehung
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10 Vermischte Schriften.

durch letztere bald recht diel Licht verbreitet werde, ehe die Stundekommt, Ivo die Dunkelheit mehr Unheil stiftet als die Leidenschaft,und Ansichten und Meinungen, je weniger sie vorher erörtert undbesprochen worden, um so grauenhaft stürmischer auf die blindeMenge wirken und von den Parteien als Losungsworte benutzt werden.

Die bürgerliche Gleichheit" könnte jetzt in Deutschland, ebensowie einst in Frankreich, das erste Losungswort der Revolution werden,und der Freund des Vaterlandes darf wohl keine Zeit versäumen,wenn er dazu beitragen will, daß die Streitfrageüber den Adel"durch eine ruhige Erörterung geschlichtet oder ausgeglichen werde,ehe sich ungefüge Dispntanten einmischen mit allzuschlagenden Be-weistümern, wogegen weder die Kettcnschlüsse der Polizei, noch dieschärfsten Argumente der Infanterie und Kavallerie, nicht einmaldie lilinrog, ratio rs^is, die sich leicht in eine Ultimi ratio rsMsverwandeln könne, etwas auszurichten vermöchten. In dieser trübenHinsicht erachte ich die Herausgabe gegenwärtiger Schrift für einverdienstliches Werk. Ich glaube, der Ton der Mäßigung, der darinherrscht, entspricht dem angedeuteten Zwecke. Der Verfasser bekämpftmit indischer Geduld eine Broschüre, betitelt:

Über den Adel und dessen Verhältnis zum Bürgerstande.Von dem Grafen M. v. Mottle, königl. dänischem Kammer-herrn und Mitgliede des Obergcrichts zu Gottorff. Ham-burg, bei Perthes und Besser. 1830."

Doch wie in dieser Broschüre, so ist auch in der Entgegnungdas Thema keineswegs erschöpft, und die Hin- und Widerrede be-trifft nur den allgemeinen, sozusagen dogmatischen Teil der Streit-frage. Der hochgeborene Kämpe sitzt auf seinem Turnicrroß undbehauptet keck die mittelalterliche Zote, daß durch adlige Zeugung einbesseres Blut entstehe als durch gemein bürgerliche Zeugung, er ver-teidigt die Geburtsprivilegien, das Vorzugsrecht bei einträglichen Hof-,Gesandtschafts- und Waffcnämtcrn, womit man den Adligen dafürbelohnen soll, daß er sich die große Mühe gegeben hat, geboren zuwerden, und so weiter; dagegen erhebt sich ein Streiter, der Stückvor Stück jene bestialischen und aberwitzigen Behauptungen und dieübrigen noblen Ansichten herunterschlägt, und die Walstättc wirdbedeckt mit den glänzenden Fetzen des Vorurteils und den Wappen-trümmern altadliger Insolenz. Dieser bürgerliche Ritter kämpftgleichsam mit geschlossenem Visier, das Titelblatt dieser Schrift be-zeichnet ihn nur mit erborgtem Namen, der vielleicht späterhin einbraver blom äs Zusros wird. Ich weiß selbst wenig mehr von ihmzu sagen, als daß sein Vater ein Schwertfeger war und guteKlingen machte.

Daß ich selbst nicht der Verfasser dieser Schrift bin, sondern sienur zum. Druck befördere, brauche ich wohl nicht erst ausführlich zu