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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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Musik, die heiterste Grazie, eine harmlose Süße,eine Frische wie der Duft von Waldblumen, Na-turwahrheit, sogar Poesie. Ja, letztere fehlt nicht,aber es ist eine Poesie ohne Schauer der Unend-lichkeit, ohne geheimnisvollen Zauber, ohne Wch-muth, ohne Ironie, ohne Morbidezza, ich möchtefast sagen: eine elegant bäurische Poesie der Ge-sundheit. Die Oper von Monsigny mahnte michunmittelbar an seinen Zeitgenossen, den MalerGrenze; ich sah hier wie leibhaftig die ländlichenScenen, die Dieser gemalt, und ich glaubte gleich-sam die Musikstücke zu vernehmen, die dazu gehör-ten. Bei der Anhörung jener Oper ward es mirganz deutlich, wie die bildenden und die recitiercn-dcn Künste derselben Periode immer einen und den-selben Geist athmen, und ihre Meisterwerke die in-timste Wahlverwandtschaft beurkunden.

Ich kann diesen Bericht nicht schließen, ohnezu bemerken, dass die musikalische Saison noch nichtzu Ende ist und dieses Jahr gegen alle Gewohn-heit bis in den Mai fortklingt. Die bedeutendstenBälle und Konccrte werden in diesem Augenblick ?gegeben, und die Polka wetteifert noch mit demPiano. Ohren und Füße find müde, aber könnensich doch nicht zur Ruhe begeben. Der Lenz, dersich diesmal so früh eingestellt, macht Fiasko, man