Druckschrift 
11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
421
Einzelbild herunterladen
 

— 431

trigcn zu enthüllen. Man sagt mir, deutsche Gut-müthigkcit habe schon ihre Feder dazu hergegeben,jene Bcwcisthümer der Narrheit zu redigicrcn.j

Die fixe Idee des armen Mannes ist undbleibt Meycrbeer, und man erzählt die ergötzlichstenGeschichten, wie die Animosität sich immer durch einezu große Beimischung von Eitelkeit unschädlich er-weist. Klagt irgend ein Schriftsteller über Meycr-beer, dass Dieser z. B. die Gedichte, die er ihmschon seit Jahren zugeschickt, noch immer nicht kom-poniert habe, dann ergreift Spontini hastig dieHand des verletzten Poeten, und ruft: ,,.1'ai votrsatkairS) ich weiß das Mittel, wie Sic sich an Meycr-beer rächen können, es ist ein untrügliches Mittel,und es besteht darin, dass Sie über mich einengroßen Artikel schreiben, und je höher Sie meineVerdienste würdigen, desto mehr ärgert sich Meycr-beer." Ein andermal ist ein französischer Ministerungehalten über den Verfasser der „Hugenotten,"der trotz der Urbanität, womit man ihn hier be-handelt hat, dennoch in Berlin eine servile Hof-charge übernommen, und unser Spontini springtfreudig an den Minister hinan und ruft: ,,4'ni vo-trs atlnirs, Sie können den Undankbaren aufs här-teste bestrafen, Sie können ihm einen Dolchstichversetzen, und zwar indem Sie mich zum Groß-