Druckschrift 
11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
417
Einzelbild herunterladen
 

gewesen, die Hälfte der Portion zu verzehren, undauch diese drücke ihn jetzt; er, der ehemals denMagen eines Straußes besessen, könne heut zu Tagekaum so Biel vertragen wie eine verliebte Turtel-taube.

Wir lassen dahingestellt sein, in wie weit deralte Spottvogcl seinen indiskreten Fragcr mystificicrthat, und begnügen uns heute, jedem Musikfreundezu rathcn, bei Broggi eine Portion Ravioli zuessen, und nachher ebenfalls, einen Augenblick vorder Thüre der Restauration verweilend, das Hansder großen Oper zu betrachten. Es zeichnet sichnicht aus durch brillanten Luxus, es hat vielmehrdas Äußere eines sehr anständigen Pferdestalls,und das Dach ist platt. Auf diesem Dach stehenacht große Statuen, welche Musen vorstellen. Eineneunte fehlt, und ach! Das ist eben die Muse derMusik. Über die Abwesenheit dieser sehr achtungs-wcrthcn Muse sind die sonderbarsten Auslegungenim Schwange. Prosaische Leute sagen, ein Sturm-wind habe sie vom Dache hcruntcrgcworfcn. Poeti-schere Gcmüthcr behaupten dagegen, die arme Poly-hymnia habe sich selbst hinabgestürzt, in einem Anfallvon Verzweiflung über das miserable Singen vonMonsieur Dnprcz sund Madame Stolzj. Das istimmer möglich; die zerbrochene GlaSstimmc von

Hc ine'S Werke. Bd. XI. 27