In dcn sogenannten lyrischen Theatern hat cSdiesen Winter nicht an Novitäten gefehlt. Die Bouf-fcS gaben uns „Don Pasqualc," ein neues Opusvon Signor Donizctti, sdcm musikalischen Raupach.sAuch diesem Jtalinncr fehlt es nicht an Erfolg, seinTalent ist groß, aber noch größer ist seine Frucht-barkeit, worin er nur den Kaninchen nachsteht. Inder Opsra-comiguc sahen wir „Im xmrt äu äiaiäs,"Text von Scribc, Musik von Ander; Dichter undKomponist passen hier gut zusammen, sie sind sichauffallend ähnlich in ihren Vorzügen wie in ihrenMängeln. Beide haben viel Esprit, viel Grazie, vielErfindung, sogar Leidenschaft; dem Einen fehlt nurdie Poesie, während dem Andern nur die Musikfehlt. DaS Werk findet sein Publikum und machtimmer ein volles Haus.
In der t^eaäöiräs äs nrnsigue, der
großen Oper, gab man dieser Tage „Karl VI.,"Text von Casimir Dclavigne, Musik von Halevy.Auch hier bemerken wir zwischen dein Dichter undKomponisten eine wahlvcrwandtc Ähnlichkeit. Sichaben Beide durch gewissenhaftes edles Streben ihrenatürliche Bcgabnis zu steigern gcwusst und mehrdurch die äußere Zucht der Schule als durch innereIlrsprünglichkeit sich herangebildet. Dcsshalb sind sieauch. Beide nie ganz dem Schlechten verfallen, wie