langweiliger macht, als sie von Gott- und Rechts-wegen sein dürften, ist die dort herrschende Mode,dass man nur zum Scheine tanzt, dass man dievorgeschriebenen Figuren nur gehend exekutiert, dassman ganz gleichgültig, fast verdrießlich die Füßebewegt. Keiner will mehr den Andern amüsieren,und dieser Egoismus beurkundet sich auch im Tanzeder heutigen Gesellschaft.
Die untern Klassen, wie gerne sie auch dievornehme Welt nachäffen, haben sich dennoch nichtzu solchem selbstsüchtigen Scheintanz verstehen kön-nen; ihr Tanzen hat noch Realität, aber leider einesehr bedauernswürdige. Ich weiß kaum, wie ich dieeigentümliche Betrübnis ausdrücken soll, die michjedesmal ergreift, wenn ich an öffentlichen Belusti-gungsortcn, namentlich zur Karnevalszcit, das tan-zende Volk betrachte. Eine kreischende, schrillende,übertriebene Musik begleitet hier einen Tanz, dermehr oder weniger an den Kankan streift. Hierhöre ich die Frage: Was ist der Kankan? HeiligerHimmel, ich soll für die „Allgemeine Zeitung" eineDefinition des Kankan geben! Wohlan, der Kankan
schweigenden Meistern, die in Paris diesen Winter mehr alsje besprochen wurden, nicht im Interesse der Kunst, sondernder Herren Troupenas und Schlesinger."
Der Herausgeber.