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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
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ist cin Tanz, der nie in ordentlicher Gesellschaftgetanzt wird, sondern nur auf gemeinen Tanzböden,wo Derjenige, der ihn tanzt, oder Diejenige, dieihn tanzt, unverzüglich von einem Polizeiagentenergriffen und zur Thürc hinauSgcschlcppt wird. Ichweiß nicht, ob diese Definition hinlänglich belehr-sam, aber es ist auch gar nicht nöthig, dass manin Deutschland ganz genau erfahre, was der fran-zösische Kankan ist. Soviel wird schon aus jenerDefinition zu merken sein, dass die vom seligenVestris angepriesene Tugend hier kein nothwcndigesRequisit ist, und dass das französische Volk sogarbeim Tanzen von der Polizei inkommodiert wird.Za, dieses Letztere ist cin sehr sonderbarer Übclstand,und jeder denkende Fremde mnss sich darüber wun-dern, dass in den öffentlichen Tanzsälcn bei jederQuadrille mehre Polizciagcntcn oder Kommnnal-gardistcn stehen, die mit finster katonischcr Mienedie tanzende Moralität bewachen. Es ist kaum be-greiflich, wie das Volk unter solcher schmählichenKontrolle seine lachende Heiterkeit und Tanzlust be-hält. Dieser gallische Leichtsinn aber macht ebenseine vergnügtesten Sprünge, wenn er in dcrZwags-jacke steckt, und obgleich das strenge Polizeiauge esverhütet, dass der Kankan in seiner cynischcn Be-stimmtheit getanzt wird, so wissen doch die Tänzer