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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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und den Gärten von Le Notrc. Es herrscht darinderselbe geregelte Zuschnitt, dasselbe Etikcttcnmaß,dieselbe höfische Kühle, dasselbe gezierte Sprödcthun,dieselbe Keuschheit. In der That, die Form unddas Wesen des französischen Balletts ist keusch, aberdie Augen der Tänzerinnen machen zu den sittsam-sten Pas einen sehr lasterhaften Kommentar, undihr liederliches Lächeln ist in beständigem Wider-spruch mit ihren Füßen. Wir sehen das Entgegen-gesetzte bei den sogenannten Nationaltänzcn, diemir desshalb tausendmal lieber sind, als die Balletteder großen Oper. Die Nationaltänze sind oft allzusinnlich, fast schlüpfrig in ihren Formen, z. B. dieindischen, aber der heilige Ernst auf den Gesichternder Tanzenden moralisiert diesen Tanz und erhebtihn sogar zum Kultus. Der große Vcstris hat einstein Wort gesagt, worüber bereits viel gelacht wor-den. In seiner pathetischen Weise sagte er nämlichzu einem seiner Zünger:Ein großer Tänzer musstugendhaft sein." Sonderbar! der große Vcstrisliegt schon seit vierzig Jahren im Grab (er hatdas Unglück des Hauses Bourbon, womit die Fa-milie Vcstris immer sehr befreundet war, nicht über-leben können), und erst vorigen Dcccmbcr, als ichder Eröffnungssitzung der Kammern beiwohnte undträumerisch mich meinen Gedanken überließ, kam