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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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Franzosen haben Geist und Passion, und Beidesgenießen sie am liebsten in einer unruhigen, stür-mischen, gehackten, aufreizenden Form. Dergleichenvermissten sie aber ganz und gar bei der deutschenSängerin, die ihnen noch obendrein die Bcethoven'-sche „Adelaide" vorsang. Dieses ruhige Ausseufzcndes Gcmüthes, diese blauäugigen, schmachtendenWaldcinsamkcitstöne, diese gesungenen Lindcnblüthenmit obligatem Mondschein, dieses Hinsterben inüberirdischer Sehnsucht, dieses crzdcutsche Lied, fandkein Echo in französischer Brust, und ward sogar alstransrhenanische Sensibleric verspöttelt. sZedenfallswar Madcmoiscllc Löwe sehr schlecht berathcn in derWahl der Stücke, die sie vortrug. Und dann, sou- <»derbar! es waltet ein unglücklicher Stern über denDebüts in den Schlcsinger'schen Konccrtcn. Mancherjunge Künstler weiß ein trübes Lied davon zu sin-gen. Am traurigsten erging es dem armen JgnazMoscheles, der vor einem Jahr aus London herüber-kam nach Paris, um seinen Ruhm, der durch mer-kantilische Ausbeutung sehr welk geworden, ein biss-chen aufzufrischen. Er spielte in einem Schlesinger'- >schen Konccrte, und fiel durch, jammervoll.f

Obgleich Mademoiscllc Löwe hier keinen Bei-fall fand, geschah doch alles Mögliche, um ihr einEngagement für die ^.cackönais ro^als cks runsi^uo