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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
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Paganini crblicktcn, und auf deren letzter, untersterSprosse unser vortrefflicher Siua steht, der berühmteBadegast von Boulogne und Eigcnthümer einesAutographs von Beethoven. Vielleicht steht HerrVieuxtcmps dem Herrn Sina noch viel näher alsdem Nicolo Paganini.

Vieuxtcmps ist ein Sohn Belgiens, wie dennüberhaupt aus den Niederlanden die bedeutendstenViolinisten hervorgingen. Die Geige ist ja dasdortige Nationalinstrumcnt, das von Groß undKlein, von Mann und Weib kultiviert wird, vonjeher, wie wir auf den holländischen Bildern sehen.Der ausgezeichnetste Violinist dieser Landsmann-schaft ist unstreitig Beriot, der Gemahl der Mali-bran; ich kann mich manchmal der Vorstellung nichterwehren, als säße in seiner Geige die Seele derverstorbenen Gattin und sänge. Nur Ernst, derpoesicreiche Böhme, weiß seinem Instrument soschmelzende, so verblutend süße Klagctönc zu ent-locken. Ein Landsmann Beriot's ist ArtSt, eben-falls ein ausgezeichneter Violinist, bei dessen Spielman aber nie an eine Seele erinnert wird; ein ge-schniegelter, wohlgedrechseltcr Gesell, dessen Vortragglatt und glänzend, wie Wachslcinen. Haumann,der Sohn des Brüsseler Nachdruckers, treibt aufder Violine das Metier des Vaters; was er geigt.