kann. Jedenfalls hat es aber den Anschein, als obin den Annalcn der Kunst unsrc heurige Gegenwartvorzugsweise als das Zeitalter der Musik einge-zeichnet werden dürfte. Mit der allmählichen Ver-geistigung des Menschengeschlechts halten auch dieKünste ebenmäßig Schritt. In der frühesten Periodemusste nothwcndigerweise die Architektur alleinig her-vortreten, die nnbcwusste rohe Größe massenhaftverherrlichend, wie wir's z. B. sehen bei den Ägyp-tern. Späterhin erblicken wir bei den Griechen dieBlüthczeit der Bildhauerkunst, und diese bekundetschon eine äußere Bewältigung der Materie; derGeist meißelte eine ahnende Sinnigkeit in den Stein.Aber der Geist fand dennoch den Stein viel zuhart für seine steigenden Offcnbarungsbcdürfnisse,und er wählte die Farbe, den bunten Schatten, umeine verklärte und dämmernde Welt des Licbcnsund Leidens darzustellen. Da entstand die großePeriode der Malerei, die am Ende des Mittel-alters sich glänzend entfaltete. Mit der Ausbildungdes Bewusstseinlebens schwindet bei den Menschenalle plastische BcgabniS, am Ende erlischt sogar derFarbensinn, der doch immer an bestimmte Zeichnunggebunden ist, und die gesteigerte Spiritualität, dasabstrakte Gedankenthum, greift nach Klängen undTönen, um eine lallende Überschwänglichkcit auszu-
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