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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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Dichter sind jedoch ganz besonders an diesen Hel-den gewiesen, da das französische Volk mit seinerganzen Vergangenheit gebrochen hat, für die Hel-den der feudalistischen und kourtisanesken Zeit derValois und Bourbonen keine wohlwollende Sym-pathie, wo nicht gar eine hässliche Antipathie em-pfindet, und Napoleon, der Sohn der Revolution,die einzige große Herrschcrgestalt, der einzige könig-liche Held ist, woran das neue Frankreich sein vollesHerz weiden kann.

Hier habe ich beiläufig svon einer anderen Seitesangedeutet, dass der politische Zustand der Franzosendem Gedeihen ihrer Tragödie nicht günstig sein kann.Wenn sie geschichtliche Stoffe aus dem Mittelalteroder aus der Zeit der letzten Bourbonen behandeln,so können sie sich des Einflusses eines gewissen Partei-gcistes nimmermehr erwehren, und der Dichter bildetdann schon von vorn herein, ohne es zu wissen, einemodern-liberale Opposition gegen den alten Königoder Ritter, den er feiern wollte. Dadurch entstehenMisslaute, die einem Deutschen, der mit der Vergan-genheit noch nicht thatsächlich gebrochen hat, und gareinem deutschen Dichter, der in der UnparteilichkeitGocthe'scher Künstlcrwcise auferzogcn worden, aussunangenehmste ins Gcmüth stechen. Die letzten Töneder Marseillaise müssen verhallen, ehe Autor und