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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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Publikum in Frankreich sich an den Helden ihrerfrüheren Geschichte wieder gehörig erbauen können.Und wäre auch die Seele des Autors schon gerei-nigt von allen Schlacken des Hasses, so fände dochsein Wort kein unparteiisches Ohr im Parterre, wodie Männer sitzen, die nicht vergessen können, inwelche blutigen Konflikte sie mit der Sippschaftjener Helden gcrathen, die auf der Bühne tragie-rcn. Man kann den Anblick der Bätcr nicht sehrgouticrcn, wenn man den Söhnen auf der Ulnoseis Arevs das Haupt abgeschlagen hat. So Etwastrübt den reinen Theatergenuss. Nicht selten ver-kennt man die Unparteilichkeit des Dichters so weit,dass man ihn antircvolntionärcr Gesinnungen be-schuldigt.Was soll dieses Rittcrthum, dieserphantastische Plunder?" ruft dann der entrüsteteRepublikaner, und er schreit Anathcma über denDichter, der die Helden alter Zeit zur Verführungdes Volkes, zur Erwcckung aristokratischer Sympa-thien mit seinen Versen verherrlicht.

Hier, wie in vielen anderen Dingen, zeigt sicheine wahlverwandtschaftliche Ähnlichkeit zwischen denfranzösischen Republikanern und den englischen Pu-ritanern. Es knurrt fast derselbe Ton in ihrerThcatcrpolcmik, nur dass Diesen der religiöse, Je-nen der politische Fanatismus die absurdesten Ar-

Heine's Werke. Bd. XI.