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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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dass dieses vcränderungslustige Volk, ob dessen Un-beständigkeit sie selber immer eifern, seit zwanzigJahren nicht in Dcnkungsart und Gesühlswcisc sta-bil bleiben konnte!

Nein, sie sind nicht heiterer als wir; wirDeutsche haben für das Komische vielleicht mehrSinn und Empfänglichkeit als die Franzosen, wir,das Volk des Humors. Dabei findet man in Deutsch-land für die Lachlust ergiebigere Stoffe, mehr wahr-haft lächerliche Charaktere, als in Frankreich, wo diePcrsifflagc der Gesellschaft jede außerordentliche Lä-cherlichkeit im Keime erstickt, wo kein Originalnarrsich ungehindert entwickeln und ausbilden kann. MitStolz darf ein Deutscher behaupten, dass nur aufdeutschem Boden die Narren zu jener titanenhaftenHöhe cmporblühcn können, wovon ein verflachter,früh unterdrückter französischer Narr keine Ahnunghat. Nur Deutschland erzeugt jene kolossalen Tho-ren, deren Schellenkappe bis in den Himmel reichtund mit ihrem Geklingel die Sterne ergötzt! Lasstuns nicht die Verdienste der Landslcutc verkennenund ausländischer Narrheit huldigen; lasst uns nichtungerecht sein gegen das eigne Vaterland!

Es ist ebenfalls ein Jrrthum, wenn man dieUnfruchtbarkeit der deutschen Thalia dem Mangelan freier Luft oder, erlauben Sie mir das leicht-