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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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mcnten gar keinen Sinn für Geld hat, gab ich demPostillon zwölf gute Groschen Trinkgeld. Der Kerlsah mich mit sonderbar unschlüssigem Gesichte an;denn nach dem neuen Naglcr'schcn Postrcglcmcntwar es den Postillonen streng untersagt, Trinkgelderanzunehmen. Er hielt lange das Zwölfgroschcnstück,als wenn er es wöge, in der Hand, und ehe er eseinsteckte, sprach er mit wchmüthigcr Stimme:Seitzwanzig Jahren bin ich Postillon und bin ganz anTrinkgelder gewöhnt, und jetzt auf einmal wird unsvon dem Herrn Obcrpostdircktor bei harter Strafeverboten, Etwas von den Passagieren anzunehmen;aber Das ist ein unmenschliches Gesetz, kein Menschkann ein Trinkgeld abweisen, Das ist gegen dieNatur!" Ich drückte dem ehrlichen Mann die Handund seufzte. Seufzend gelangte ich endlich in denGasthof, und als ich mich dort gleich nach einemguten Zahnarzt erkundigte, sprach der Wirth mitgroßer Freude:Das ist ja ganz vortrefflich, soeben ist ein berühmter Zahnarzt von St. Peters-burg bei mir eingekehrt, und wenn Sic an derTable-d'hötc speisen, werden Sic ihn sehen." Ja,dachte ich, ich will erst meine Henkersmahlzeit halten,che ich mich aufs Armcsündcrstühlchcn setze. Aberbei Tische fehlte mir doch alle Lust zum Essen. Ichhatte Hunger aber keinen Appetit. Trotz meines