Junge, der den übrigen ein gutes Beispiel gebensollte, kann dem Gelüste nicht widerstehen, er ziehtheimlich an dem verbotenen Strang, und dann er-tönt die Glocke wie großväterliches Mahnen.
Späterhin, im Sommer, wenn der Baum inganzer Grüne prangt und das Laubwerk die Glockedicht umhüllt, hat ihr Ton etwas Geheimnisvolles,es sind wunderbar gedämpfte Laute, und sobald sieerklingen, verstummen Plötzlich die geschwätzigen Vö-gel, die sich auf den Zweigen wiegten, und fliegenerschrocken davon.
Im Herbste ist der Ton der Glocke noch vielernster, noch viel schauerlicher, und man glaubt eineGeisterstimme zu vernehmen. Besonders wenn Je-mand begraben wird, hat das'Glockengeläute einenunaussprechlich wehmüthigcn Nachhall; bei jedem Glo-ckcnschlag fallen dann einige gelbe kranke Blätter vomBaume herab, und dieser tönende Blätterfall, diesesklingende Sinnbild des Sterbens, erfüllte mich einstmit so übermächtiger Trauer, dass ich wie ein Kindweinte. Das geschah vorig Jahr, als die Margotihren Mann begrub. sEr war in der Seine ver-unglückt, als diese ungewöhnlich stark ausgetreten.Drei Tage und drei Nächte schwamm die arme Frauin ihrem Fischerboote an den Ufern des Flusses her-um, che sie ihren Mann wieder auffischen und christ-