modernen Tagcstracht zu vermummen. Auch Land-schaft und Thicrc des Morgenlandes behandeln seit-dem die Franzosen mit größerer Treue in ihrenHistorienbildern, und dem Kamele, welches sich aufdem Gemälde des Horace Vernet befindet, fichtman es wohl an, dass der Maler es unmittelbarnach der Natur kopiert und nicht, wie ein deutscherMaler, ans der Tiefe seines Gcmüths geschöpfthat. Ein deutscher Maler hätte vielleicht hier inder Kopfbildung des Kamels das Sinnige, dasVorweltliche, ja das Alttcstamcntalischc hervortretenlassen. Aber der Franzose hat nur eben ein Kamelgemalt, wie Gott es erschaffen hat, ein oberfläch-liches Kamel, woran kein einzig symbolisches Haarist, und welches, sein Haupt hcrvorstreckcnd überdie Schulter des Inda, mit der größten Gleich-gültigkeit dem verfänglichen Handel zuschaut. DieseGleichgültigkeit, dieser JndiffercntismnS, ist einGrundzug des in Rede stehenden Gemäldes, undauch in dieser Beziehung trägt dasselbe das Geprägennsrcr Periode. Der Maler tauchte seinen Pinselweder in die ätzende Böswilligkeit Voltaire'scherSatire, noch in die liederlichen Schmntztöpfe vonParny und Konsorten; ihn leitet weder Polemik,noch Jmmoralitüt; die Bibel gilt ihm so Viel wiejedes andere Buch, er betrachtet dasselbe mit echter
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