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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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so dass nur die Stirn und die Augen sichtbar.Diese großen schwarzen Augen sind verführerischwie die Stimme der glatten Satansmnhmc. DasWeib ist zu gleicher Zeit Apfel und Schlange, undwir dürfen den armen Inda nicht desswcgcn ver-dammen, dass er ihr die verlangten Pfänder: Stab,Ring und Gürtel, sehr hastig hinreicht. Sic hat,um dieselben in Empfang zu nehmen, die linke Handausgestreckt, während sie, wie gesagt, mit der rech-ten das Gesicht verhüllt. Diese doppelte Bewegungder Hände ist von einer Wahrheit, wie sie die Kunstnur in ihren glücklichsten Momenten hervorbringt.Es ist hier eine Naturtrcnc, die zauberhaft wirkt.

> Dem Inda gab der Maler eine begehrliche Phy-

siognomie, die eher an einen Fann als an einenPatriarchen erinnern dürfte, und seine ganze Be-kleidung besteht in jener weißen wollenen Decke,die seit der Eroberung Algier's auf so vielen Bil-dern eine große Rolle spielt. Seit die Franzosenmit dem Orient in unmittelbarste Bekanntschaft ge-treten, geben ihre Maler auch den Helden der Bi-bel ein wahrhaftes morgcnländisches Kostüm. Dasfrühere traditionelle Jdcalkostüm ist in der That etwasabgenutzt durch drcihundcrtjährigcn Gebrauch, undam allerwenigsten wäre es passend, nach dem Bei-spiel der Venezianer die alten Hebräer in einer