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Toleranz, er hat gar kein Vorurthcil mehr gegendieses Buch, er findet es sogar hübsch und amü-sant, und er verschmäht cS nicht, demselben seineSujets zu entlehnen. In dieser Weise malte erJudith, Rebekka am Brunnen, Abraham und Hagar,und so malte er auch Inda und Thamar, ein vor-treffliches Gemälde, das wegen seiner lokalartigenAuffassung ein sehr passendes Altarbild wäre fürdie Pariser neue Kirche von Notrc-Damc-dc-Lorcttcim Lorcttcnquarticr.
Horace Vcrnet gilt bei der Menge für dengrößten Maler Frankreichs, und ich möchte dieserspopulärens Ansicht nicht sganz bestimmt^ wider-sprechen. Jedenfalls ist er der nationalste der fran-zösischen Maler, und er überragt sie Alle durchdas fruchtbare Können, durch die dämonische Übcr-schwänglichkeit, durch die ewig blühende Sclbstvcr-jttngung seiner Schöpferkraft. Das Malen ist ihmangeboren, wie dem Seidenwurm das Spinnen, wiedem Vogel das Singen, und seine Werke erscheinenwie Ergebnisse der Notwendigkeit. Kein Stil, aberNatur. Fruchtbarkeit, die ans Lächerliche grenzt.Eine Karikatur hat den Horace Vcrnet dargestellt,wie er ans einem hohen Rosse, mit einem Pinselin der Hand, vor einer ungeheuer lang ausge-spannten Leinwand hinrcitct und im Galopp malt;