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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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verdrossenen Ausdruck, den ich mir nur dadurch er-kläre, dass das lebendige Original in den Stundender Sitzung immer an das Geld dachte, welchesihm das Porträt kosten werde, während der Malerbeständig die Zeit bedauerte, die er mit dem jäm-merlichen Lohndicnst vergeuden musstc.

Unter den Heiligenbildern, welche von der Mühezeugen, die sich die Franzosen geben, recht religiöszu thun, bemerkte ich eine Samaritancrin am Brun-nen. Obgleich der Heiland dem feindseligen Stammeder Juden angehört, übt sie dennoch an ihm Barm-herzigkeit. Sic bietet dem Durstigen ihren Wnfscr-krug, und während er trinkt, betrachtet sie ihn miteinem sonderbaren Seitenblick, der ungemein pfiffigund mich an die gescheite Antwort erinnerte, welcheeinst eine kluge Tochter Schwabens dem HerrnSuperintendenten gab, als Dieser die Schuljugendim Religionsunterricht examinierte. Er frng nämlich,woran das Weib aus Samaria erkannt hatte, dassJesus ein Jude war?An der Bcschneidnng"antwortete keck die kleine Schwäbin.

Das merkwürdigste Heiligenbild des Salonsist von Horacc Vernct, dem einzigen großen Meister,welcher dies Jahr ein Gemälde zur Ausstellunggeliefert. Das Sujet ist sehr verfänglich, und wirmüssen, wo nicht die Wahl, doch gewiss die Auf-