— 105
würde dann im wahren Sinne des Wortes dieKunst geschützt sein.
Allgemein ist die Klage der Künstler über dieallzu große Sparsamkeit des Königs. Als Herzogvon Orleans, heißt es, habe er die Künste eifrigerbeschützt. Man murrt, er bestelle verhältnismäßigzu wenig Bilder und zahle dafür verhältnismäßigzu wenig Geld. Er ist jedoch, mit Ausnahme desKönigs von Baicrn, der größte Kunstkenner unterden Fürsten. Sein Geist ist vielleicht jetzt zu sehrpolitisch befangen, als dass er sich mit Knnstsachcnso eifrig wie ehemals beschäftigen tonnte. Wennaber seine Vorliebe für Malerei und Skulptur etwasabgekühlt, so hat sich seine Neigung für Architekturfast bis zur Wnth gesteigert. Nie ist in Paris soViel gebaut worden, wie jetzt auf Betrieb des Königsgeschieht. Überall Anlagen zu neuen Bauwerkenund ganz neuen Straßen. An den Tuilericn unddem Louvrc wird beständig gehämmert. Der Planzu der neuen Bibliothek ist das Großartigste, wassich denken läßt. Die Magdalcncnkirchc, der alteTempel des Ruhms, ist seiner Vollendung nahe.An dem großen GcsandtschaftSpalastc, den Napoleonan der rechten Seite der Seine aufführen wollte,und der nur zur Hülste fertig geworden, so dasser wie Trümmer einer Niescnbnrg aussieht, au die-