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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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Favart, wcnn cr sich auch lächerlich machte, so meinteer es doch ehrlich. Die Maler jenes Zeitaltersnahmen au: wenigsten Thcil an Dem, was sich inFrankreich vorbereitete. Der Ausbruch der Revolu-tion überraschte sie im Ncgligo. Die Philosophie, diePolitik, die Wissenschaft, die Literatur, jede durcheinen besonderen Mann repräsentiert, waren siestürmisch, wie eine Schar Trunkenbolde, auf einZiel losgestürmt, das sie nicht kannten; aber je nä-her sie demselben gelangten, desto besänftigter wurdeihr Fieber, desto ruhiger wurde ihr Antlitz, destosicherer wurde ihr Gang. Jenes Ziel, welches sienoch nicht kannten, mochten sie wohl dunkel ahnen;denn im Buche Gottes hatten sie lesen können, dassalle menschlichen Freuden mit Thränen endigen. Und,ach! sie kamen von einem zu wüsten, jauchzendenGelag, als dass sie nicht zu dem Ernstesten undSchrecklichsten gelangen musstcn. Wcnn man dieUnruhe betrachtet, wovon sie in dem süßesten Rauschedieser Orgie des achtzehnten Jahrhunderts zuweilenbeängstigt worden, so sollte man glauben, das Scha-fott, das all diese tolle Lust endigen sollte, habeihnen schon von ferne zugewinkt, wie das dunkleHaupt eines Gespenstes.

Die Malerei, welche sich damals von derernsthaften socialen Bewegung entfernt gehalten, sei

Heine's Werke. Vd XI.

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